Weltkulturerbe | Touristische Route H006

Palma, die monumentale Stadt

Was ist das?

Die Stadt Palma zeichnet sich dadurch aus, die unterschiedlichen Kulturen assimiliert zu haben, die sich auf der Insel im Laufe der Geschichte etabliert haben. Der Abdruck, den jede einzelne Kultur in den Gassen, Plätzen, Palästen, Höfen und Gärten hinterlassen hat, stellt ein sehr attraktives Kulturerbe und einen monumentalen Reichtum dar. Die Route führt durch einzigartige und spektakuläre Bauten wie die Kathedrale, den Almudaina-Palast, die Llotja, das Consolat de Mar, die alten Mauern, die arabischen Bäder oder das Rathaus; unterschiedliche Stile, die die römische Vergangenheit mit der muslimischen und christlichen mischen und aus der Altstadt einen einzigartigen Bereich machen.

Besuch

Dauer: ungefähr 2-3 h.

Lage und Kontakt:

Ausgangspunkt: plaça de Cort. 07001 Palma

Information und Buchungen (Führung):

Von Montag bis Freitag, von 10 bis 18 h

Samstag, von 10 bis 14 h

Telèfon: +34 971 720 720 / 636 430 000

Email: itinerariosculturales@caib.es

www.illesbalears.es

Veranstalter: Ministerium für Tourismus. Institut für touristische Strategie.

Treffpunkt: plaça de Cort, neben dem Olivenbaum.

Preis (organisierter Besuch):

Erwachsene: 10 €
Rentner und Studenten: 5 €

Kinder unter 12 Jahren kostenlos.

Verfügbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln

 Januar  Februar  März  April  Mai  Juni  Juli  August  September  Oktober  November  Dezember
Von Montag bis Freitag
Samstag
Sonntag

Öffentliche Verkehrsmittel

Wegbeschreibung

Wegbeschreibung Hinweg

 
 

Wegbeschreibung Rückweg

 
 

Detallierte Beschreibung

Diese Route durch das historische Zentrum bietet die Möglichkeit, die Geschichte von Palma und die Aspekte der verschiedenen Kulturen, die sich im Laufe der Jahrhunderte angesiedelt haben, kennenzulernen. Der Rundgang bietet einen Überblick über die urbanistische Entwicklung und den künstlerischen Reiz und ermöglicht die Ober- und Unterstadt zu durchlaufen. Die erste war die Stadt des Klerus, des Adels, des Militärs und des Bügertums, wo wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten finden. In der Unterstadt lebte die Bevölkerung enger mit dem Meer verbunden: Seeleute, Fischer, Schiffsbauer, Kaufleute und Gewerbetreibende sowie auch andere Berufe dieser Welt. Der architektonische und ästhetische Stil der Gebäude und Stadtteile wird im Verlauf der Route erklärt, insbesonders die  insgesamt 17 Denkmäler, die wir auf dem Rundgang sehen werden.

01. Rathaus - Ajuntament de Palma

Der Plaça de Cort ist das Verwaltungszentrum der Stadt an sich. Sein Name kommt von dem Wort Cort - Schnitt, Sinonym für Kurie, die an diesem Ort war und die die administrativen und rechtlichen Magnaten waren, die König Jaume I begleiteten, und die die Ländereien auf der Insel nach der Eroberung im Jahr 1229 aufteilten.

Der Platz wird von der Stadtverwaltung, ein Gebäude mit einer monumentalen Fassade des siebzehnten Jahrhunderts dominiert. An der Errichtung der Fassade waren einige der besten Bildhauer der damaligen Zeit von Mallorca beteiligt, wie zum Beispiel Joan-Antoni Oms und Gabriel Torres, letzterer der Autor des spektakulären Freischwingers aus geschnitztem Holz. Sein Stil ist der Manierismus - Barock.

02. Consell de Mallorca (Inselrat von Mallorca)

Neben dem Rathaus befindet sich der Consell de Mallorca, das aktuelle Regierungsorgan der Insel. Das Gebäude hat seinen Ursprung in dem alten Provinzrat, einer staatlichen Einrichtung des frühen neunzehnten Jahrhunderts, das diesen Palast im Jahre 1882 mit einer bemerkenswerten neugotischen Fassade des Architekten Joaquín Pavia i Birmingham errichtete. Die faszinierenden Details der Schnitzereien sind das Werk des Künstlers Llorenç Ferrer Martí. Innen beeindruckt  die monumentale Treppe und der Tagungsraum. In verschiedenen Räumen können Sie Bilder der wichtigsten Künstler Mallorcas bewundern.

Der Consell de Mallorca befindet sich im carrer del Palau Reial, der seinen Namen dem Palast am Ende der Straße verdankt. Jahrhundertelang stand rechts genau dort  das berühmte Kloster von Sant Domingo, ein gotisches Denkmal ersten Ranges. Nachdem im Jahre 1837 infolge des durch den Staat erlassenen Gesetzes über die Desamortisation (Verkauf von Kirchengütern und Gemeindebesitz, Pendant zu Säkularisierung) abgerissen wurde, hat man auf diesem Grundstück neue Wohngebäude für die Bürgerklasse errichtet, die seit Ende des 19. und Beginn des 20. Jh. einen wunderschönen Komplex städtischer Architektur darstellen.   Hervorzuheben ist das Gebäude des derzeitigen Parlaments der Balearen, das als Sitz des ehemaligen Círculo Mallorquín errichtet wurde, das einige wirklich großartige Säle enthält, darunter der Festsaal, der heute der Plenarsaal des Parlaments ist.

03. Can Oms, Can Bordils, Almudaina-Bogen

Wir befinden uns in einer der ältesten Straßen von Palma, in der immer noch der  Almudaina-Bogen, ein Tor römischen Ursprungs, das von den Mauren und den Christen im Mittelalter umgestaltet wurde erhalten ist. In dieser Straße gibt es einige wichtige Herrenhäuser, wie Can Bordils, das der Sitz des Stadtarchivs von Palma ist, und Can Oms, das auch Eigentum der Gemeinde ist. Im Can Bordils sind zwei Fenster im Renaissance-Stil mit den Wappen der Familien Sureda-Sanglada und Sureda-Moyà, seinen ehemaligen Eigentümern, besonders hervorzuheben und im Gebäude des Can Oms befindet sich ein ausgesprochen harmonischer Innenhof im Barockstil vom Anfang des 18. Jh. An der Außenfassade des Gebäudes lässt sich eine herrliche Balkonreihe, die zur Straße hinzeigt, bewundern.

Im carrer de Can Sanglada liegt Can Marquès, das man auch von innen besichtigen kann. Dieses ehemalige Herrenhaus, das auch unter dem Namen Can Comassema bekannt ist, erfuhr im 18. Jh. eine große Intervention und erlebte wichtige Umbauten im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert. Dies erklärt auch, warum das Treppenhaus im katalanischen Jugendstil erbaut wurde.

04. Estudi General Lul·lià

C/ Sant Roc, 4. Das Estudi General Lul·lià ist eine Lehreinrichtung, die im fünfzehnten Jahrhundert gegründet wurde, und aus der später, im siebzehnten Jahrhundert, die  Universität Lul·liana von Mallorca wurde. Nach vielen Änderungen wurde im Jahre 1951 die aktuelle Institution geschaffen, um die Kultur von Mallorca und die Universitätsstudien zu fördern. Heute ist es eine Sprachschule und anderen Bildungs-und kulturellen Aktivitäten gewidmet.

Dieses Gebäude im regionalistischen Stil ist das Ergebnis eines Umbaus in den 1950er Jahren, unter der Bauleitung des Architekten Gabriel Alomar. Von dem alten Gebäude sind noch einige Wappen sowie gotische und Renaissance - Kapitelle erhalten, die in den Bau integriert sind.

05. La Seu

C/ Palau Reial. Der Bau der Kathedrale begann im frühen vierzehnten Jahrhundert. Sie ist das wichtigste religiöse Gebäude auf Mallorca. Sie steht an der Stelle, wo die alte Moschee im Jahre 1230 in eine christliche Kirche umgewandelt wurde und es wird angenommen, dass der Turm an die Stelle des alten Minaretts steht.

Der Förderer der gotischen Kathedrale war König Jaume II von Mallorca, und die Arbeit begann mit der Apsis, nach den Richtlinien des Baumeisters Ponç Descoll. Der Bau dauerte aufgrund der Komplexität und der hohen Kosten bis zum Ende des sechzehnten Jahrhunderts, als das Hauptportal gebaut wurde. Dieses Portal im manieristischen Stil wurde von Bischof Joan Vich Manrique gefördert und ist der unbefleckten Empfängnis gewidmet. Der Entwurf und die plastischen Arbeiten wurden  von dem Künstler Antoni Verger ausgeführt, der zwischen 1592 und 1601 daran arbeitete. Wir können das Bild der Jungfrau umgeben von allegorischen Symbolen sehen. In den Nischen rechts, mit Blick auf das Portal finden Sie die Statuen von Sant Joan Baptista, Sant Ambrosià und Sant Agustí, und links Sant Joan Evangelista, Sant Jeroni und Sant Gregori.

Im frühen zwanzigsten Jahrhundert führte Antoni Gaudí eine große modernistische Arbeit im Altarraum der Kathedrale aus.

Den jüngsten Beitrag (2007) nahm Miquel Barceló vor, ein international renommierter mallorquinischer Künstler, der ein Keramikwandbild schafft, das die Vermehrung der Brote und Fische in der Sakramentskapelle auf der rechten Seite des Presbyteriums darstellt. 

06. Palau de l'Almudaina (Almudaina-Palast)

C/ Mirador. Der Königspalast Almudaina ist eine Festung islamischen Ursprungs, die von König Jaume II von Mallorca im frühen vierzehnten Jahrhundert in einen königlichen Palast umgewandelt wurde. Das Gebäude erfüllte im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Funktionen: Königshof, Palast der Vizekönige, Generalspalast und militärisches Hauptquartier. Nach einer langen Restaurierung in den 1960er Jahren ist es jetzt zum Teil ein Museum, es wird für offizielle Veranstaltungen der spanischen Königsfamilie und als Residenz für Staatsoberhäupter verwendet, die Mallorca besuchen.

Hinsichtlich des Portals des Miradors, das früher das Portal der Apostel genannt wurde, wissen wir, dass es im Jahre 1389 von dem Kathedralenmeister Pere Morey entworfen wurde. Es ist das schönste gotische Portal auf den Balearen und entspricht der Blütezeit der gotischen Kunst auf Mallorca.

07. Palau Episcopal (Bischofspalast)

C/ Mirador. Der Bischofspalast ist ein großflächiges Gebäude und sein ältester Teil, an der Seite des Meeres, ist eine mittelalterliche Arbeit, die im dreizehnten Jahrhundert begonnen und in sukzessiven Erweiterungen weitergeführt wurde. Herausragend ist das gotische Portal der alten Kapelle von Sant Pau. Der Portikus-Eingang zum Hof wurde um 1473 von den Meistern Cristòfol und Joan Vilasclar i Simó Xevari im Auftrag von Bischof Francesc Ferrer gebaut. Das ursprüngliche Gebäude wurde im  siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert bedeutend erweitert. Bemerkenswert ist die Hauptfassade im manieristischen Stil, die unter der Schirmherrschaft des mallorquinischen Bischof Simó Bauçà im Jahr 1616 entstand, und die herrliche Sonnenuhr, die den Innenhof beherrscht, der mit dem Wappen des katalanischen Bischofs Benet Panyelles Escardó (1730-1743) verziert ist. Im Palast befindet sich das vor kurzem renovierte Diözesanmuseum.

08. Garten des Bischofspalasts

C/ Sant Pere Nolasc, 6. Der Garten des Bischofspalast hat ein neubarockes Portal nach einem Entwurf des mallorquinischen Architekten Josep Oleza Frates aus dem Jahre 1931. Wenn Sie den Garten betreten, sehen Sie in der nordöstlichen Ecke  große Steinblöcke, die zur antiken römischen Stadtmauer gehören.

09. Can Olesa

C/ Morey, 9. Wir befinden uns in einer weiteren symbolträchtigen Straße der Altstadt, in der eine Reihe von Herrenhäusern stehen, die meisten von ihnen wurden umgestaltet. Das am besten erhaltene Herrenhaus ist Can Olesa, eines der berühmtesten Herrenhäuser von Palma. An der Fassade ist eine Außenwandverkleidung aus dem 16. Jahrhundert mit Fenstern im Renaissancestil erhalten, an der die Wappen der Familie Descós zu sehen sind. Das derzeitige Gebäude ist das Ergebnis eines Umbaus Ende des siebzehnten Jahrhunderts und ist um einen wunderschönen Innenhof angeordnet. Dieser Innenhof ist eines der typischen Beispiele des mallorquinischen Barocks, mit charakteristischen Säulen, außerordentlich weit heruntergezogenen Bögen und einer Treppe, die mit einer dreibögigen Galerie abschliesst. Dieses Haus ist eines der wenigen der Stadt, dessen Innenräume noch original erhalten sind. Es wurde im Jahre 1973 zum kunsthistorischen Denkmal erklärt.

10. Ca la Gran Cristiana (Museum von Mallorca)

C/ Portella, 5. In dieser Straße befindet sich das Museum von Mallorca, in einem alten Herrenhaus, im Ca la Gran Cristiana. Das Gebäude aus dem Mittelalter wurde im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert gründlich renoviert. An der Fassade befinden sich schöne barocke Balkone und das Familienwappen der Togores, Grafen von Aiamans. Das Museum wurde im Jahr 1961 gegründet, und der Palast 1968 von der Stadt Palma gekauft, die es als Sitz des Museums abtrat. Es ist das bedeutendste kunsthistorische Museum der Insel. Die Abteilungen der prähistorischen (talayotische Kultur) und moslemischen Archäologie, die gotische Malerei (dreizehntes – fünfzehntes Jahrhundert) und die Räume, die der Moderne gewidmet sind, mit bedeutenden Keramik- und Möbelsammlungen (aus der mallorquinischen Fabrik La Roqueta), sind besonders sehenswert.

11. Herrenhäuser im carrer de la Portella

C / Portella. Carrer de la Portella ist eine der monumentalsten Straßen in Palma, mit einigen der kultigsten Herrenhäuser der Stadt. Aus dem siebzehnten Jahrhundert  sticht Can Formiguera, mit einem herrlichen Balkon über der Straße und dem Wappen  von Ramon Burguès-Safortesa i Fuster, Graf von Formiguera, eine legendäre Persönlichkeit der Geschichte Mallorcas, bekannt als der Comte Mal hervor. Davor befindet sich das alte Gasthaus der Kartäuser von Valldemossa in Palma, das nach der Beschlagnahme des kirchlichen Eigentums in private Hände übergeht und als Cal Comte d'Espanya bekannt ist. Das Gebäude wurde im achtzehnten Jahrhundert wieder aufgebaut und hat einen schöne barocken Innenhof. In der Nische der Tür ist das Bild des Sant Bru (heiliger Bruno) zu sehen.

Auf der Hälfte der Straße stehen zwei große historische Häuser mit neo-gotischen Elementen. Das bedeutendste ist Can Espanya-Serra, mit einem schönen Innenhof aus dem späten neunzehnten Jahrhundert. Bei all diesen Gebäuden kann man die Aufteilung eines mallorquinischen Herrenhauses beobachten, das in der Regel ein großes halbkreisförmiges Portal im gotischen Stil, die Studieretage, den Balkon in der ersten Etage und die Fensterreihen bzw. Säulen an der oberen Veranda hat. Schließlich ist auch das große Vordach hervorzuheben, die über die Straße vorsteht und hilft, die Außenwandverkleidung der Fassade zu schützen.

Auf der linken Seite, wenn wir Richtung Stadtmauer weitergehen, sehen wir ein altes Herrenhaus, das heute ein Museum ist, das dem katalanischen Künstler Joaquim Torrents Lladó (1946-1993) gewidmet ist und sein Leben und Werk zeigt.

Dann, bei Dalt Murada können wir das große Gebäude Ca la Torre (Kürzung von Cal Marquès de la Torre) sehen: ein Herrenhaus aus dem frühen achtzehnten Jahrhundert, das typisch ist für den nüchternen Ton der Architektur der mallorquinischen Herrenhäuser - sein Innenhof ist in die mittelalterliche Stadtmauer integriert.

12. Dalt Murada und Gärten des Mirador

Der Weg, den wir gekommen sind, ist bekannt unter dem Namen Dalt Murada, und von hier aus können wir die Grenzen der alten römischen Stadt sehen, die sich vom Almudaina Palast bis an den östlichen Rand des Bischofspalasts erstreckte. An der  Südfassade des Palastes, direkt am Meer, sieht man einen Weg mit Wachtürmen im modernistischen Stil, die dem berühmten katalanischen Architekten Antoni Gaudí zugeschrieben werden, ebenso wie die Eisenstäbe einiger Fenster. Die Mauer, die man am Fuße der Kathedrale sieht, ist die alte römische Stadtmauer, die im Mittelalter vollkommen umgewandelt wurde und im Laufe der Jahrhunderte ein vollkommen anderes Aussehen angenommen hat. In der Tat wurde die gesamte Meeresfront der befestigten Stadt im achtzehnten Jahrhundert mit der neuen Mauer umgebaut, auf der wir uns nun befinden, indem man dem Meer Land abgewann. Von diesem Bauwerk sind die Schilderháuser, die barocke Formen haben hervorheben.

Das Ses Voltes genannte Gebiet ist eine ehemalige Kaserne, die im Jahr 1802 fertig gestellt und zwischen 1983 und 1991 von den Architekten Elies Torres und José A. Martínez Lapeña für kulturelle und Freizeitnutzung renoviert wurde.

13. L'Hort del Rei

Oberer Spazierweg – Teich von s´Hort del Rei.
Der Garten von s´Hort del Rei und der alte Wasserlauf des Sturzbaches Sa Riera.


Den großen Bogen, den wir heute über dem Teich sehen können, gehört zu den ehemaligen Werftanlagen aus maurischer Zeit, die unterhalb des Almudaina-Palastes lagen und sich direkt zum Meer hin öffneten. Es scheint, dass der Bogen aus dem elften Jahrhundert stammt.

S´Hort del Rei (Garten des Königs) war ein mittelalterlicher Garten außerhalb der Mauern des Almudaina-Palastes, der bis ins 19. Jh. hinein überdauerte, bis er erschlossen wurde. Zu Beginn des 14. Jh., zu Zeiten Königs Jaume II von Mallorca erlebte er eine Glanzzeit; damals war er mit Obstbäumen, Blumen und Gemüse bepflanzt. Auch wurden dort einige Tiere wie zum Beispiel Kaninchen gehalten. Im Rahmen des Rehabilitierungsprojektes für die Umgebung des Almudaina-Palastes in den sechziger Jahren des 20. Jh. wurden die bestehenden Gebäude abgerissen, um neue Gärten im historischen Stil anzulegen, deren Entwurf von dem mallorquinischen Architekten Gabriel Alomar stammt. Dieser Architekt kombinierte traditionelle Elemente des typisch mallorquinischen Gartens, wie zum Beispiel der Laubengang, mit anderen andalusisch inspirierten Elementen wie Wassertümpel mit Springbrunnen, die uns an die Gärten des Generalife erinnern. Wir müssen dazu sagen, dass die neue Anlage keinerlei Ähnlichkeit mit dem mittelalterlichen Garten hat.

Die heutige avinguda d'Antoni Maura verläuft an der Stelle der ehemaligen Mündung des Sturzbaches Sa Riera, der über die Rambla, Carrer Unió und Born hinunter strömte und Palma in zwei Teile teilte: die „vila de dalt" oder Obere Stadt (auf der Seite der Kathedrale) und die „vila de baix" oder Untere Stadt (auf der Seite der Stadtviertel Sant Jaume und Santa Creu). Sa Riera war aufgrund der Überschwemmungen gefährlich. Die Überschwemmung von 1403 war eine der verheerendsten, bei der Tausende von Menschen ums Leben kamen. Er wurde aus städtebaulichen Gründen im Jahre 1612 umgeleitet; nun verläuft er außerhalb des mit Mauern umgebenen Bereichs und deckt sich mit dem passeig de Mallorca.


14. Llotja de la Mercaderia (die alte Seehandlesbörse)

Plaça de la Llotja. Im 15. Jahrhubdert erlebte das „Col·legi de la Mercaderia" (ehemalige Handelskammer), eine der wichtigsten Institutionen des ehemaligen Königsreichs von Mallorca, seine Glanzzeit, die es dem Seehandel zu verdanken hatte. Das Col·legi wurde 1409 gegründet; seine ehrgeizigste Initiative war der Bau einer großen Seehandelsbörse für geschäftliche Transaktionen, wie es sie schon in anderen Städten am Mittelmeer, beispielsweise in Barcelona, gab. Im Jahre 1426 unterzeichnete das Col·legi einen Vertrag über den Bau mit dem berühmten mallorquinischen Baumeister, Architekten und Bildhauer, Guillem Sagrera. Sagrera arbeitete im Jahre 1447 an dem Gebäude, als ihn König Alfons el Magnànim zu sich rief, um sich an den Bauarbeiten für das Castel Nuovo von Neapel zu beteiligen.
 

„La Llotja" ist ein eindrucksvolles Gebäude mit vier prachtvollen Fassaden, die sich zwischen vier großen Ecktürmen erheben; in ihren Tabernakeln sind verschiedene Statuen von Heiligen untergebracht, die sich auf Gebäude und bestimmte Stellen in der Stadt beziehen: die Hl. Clara im Osten blickt in die Richtung des gleichnamigen Klosters im Stadtviertel Sa Calatrava; sant Joan vor der Kirche und dem Krankenhaus "església i hospital dels Cavallers de Sant Joan de Malta"; der derzeit verschwundene sant Nicolau blickte in Richtung Portopí, wo es eine Kapelle gab, die diesem Schutzheiligen der Seeleute gewidmet war, und santa Catalina mit Ausrichtung zu den Werftanlagen (drassana) und der Straße, die zu dem Tor und dem Krankenhaus führte, die den Namen dieser Schutzheiligen aus Alexandria trugen.

15. Porta del Moll (Tor zur Anlegebrücke), Consolat de Mar (Meereskonsulat), Can Chacón

Passeig de Sagrera. Im Jardí de la Llotja (Garten der Seehandelsbörse) befindet sich ein wieder aufgebautes Tor der ehemaligen Stadtmauern. Es handelt sich um die sogenannte Porta del Moll (Tor zur Anlegebrücke), das 1620 durch den Obersten Baumeister der Befestigungsanlage, Antoni Saura, in Zusammenarbeit mit Jaume Blanquer, einem der besten mallorquinischen Bildhauer seiner Zeit, errichtet wurde. Das Tor befand sich ursprünglich nicht an diesem Platz, vielmehr war es in die mittelalterliche Mauer am Meeresufer eingefügt und wurde anschließend Teil der neuen Mauer, die im 18. Jh. vor der Seehandelsbörse errichtet wurde. Das Tor stellt eine Art Triumphbogen im manieristischen Stil dar, dessen Bogen mit einem kleinen Bildnis der Puríssima Concepció (Unbefleckten Empfängnis) geschmückt ist. Am Sims befindet sich eine Inschrift, die auf seine Errichtung hinweist. Dies war das Haupttor zur Stadt, und seine künstlerische und monumentale Verarbeitung beruhen auf dem starken Symbolcharakter, den die Tore der ehemaligen Festungsanlagen besaßen. Sie wurden mit den Wappenschildern des Königs und der Gerichtsbarkeit des Königreichs geschmückt, welche im Fall der Porta del Moll schon im 18. Jh. entfernt wurden.

Neben dem Tor erhebt sich das Consolat de la Mar, heute der Regierungssitz der Balearischen Inseln. Das Gebäude war ursprünglich das Haus des Col·legi de la Mercaderia (ehemalige Handelskammer) und besaß eine schöne gotische Kapelle auf seiner Rückseite. Das Consolat de Mar war einst eine Einrichtung, die als Gerichtshof fungierte, um Konflikte zwischen Seeleuten und Kaufmännern beizulegen.

Linker Hand können wir Can Chacón sehen, das gegen Ende des 17. Jahrhunderts der Wohnsitz des Militäringenieurs Martín Gil de Gaínza , der es über der Stadtmauer hatte erbauen lassen. Achten Sie auf  seine schöne barocke Galerie aus dem 18. Jahrhundert, als das Gebäude de Familie Chacón andalusischen Ursprungs gehörte.

16. Ehemalige Werftanlage

Die Plaça de la Drassana wurde im Jahre 1844 auf einem Grundstück der ehemaligen Werftanlagen geplant, die seit dem 13. Jh. an dieser Stelle standen und ein geschlossenes Areal bildeten. In seine Mitte setzte man einen Brunnen mit einem Denkmal zu Ehren von Jaume Ferrer, einem mallorquinischen Seefahrer des 14. Jahrhunderts, Werk des Bildhauers Jacint Mateu. Die heutige Statue ist eine Nachbildung des Originals, das sich im Consolat de Mar befindet.

Die Calle de Sant Pere erhielt ihren Namen von einer Kapelle aus dem 16. Jh., die diesem Heiligen, dem Schutzheiligen der Fischer, die in dem Stadtviertel Puig de Sant Pere lebten, gewidmet war.

17. Bollwerk Sant Pere

C. Sant Pere. Im 16. Jh. begann der Bau des Stadtbezirks von Palma im Renaissance-Stil, mit Mauern und Bollwerken für den Einsatz von Artillerie. Der Initiator dieser Pläne war der italienische Ingenieur Giacomo Palearo, besser bekannt als Kapitän Fratin (†1586). Genauer gesagt begannen die Arbeiten im Jahre 1575 mit der Errichtung der Bastion Santa Catalina, deren Name von dem mittelalterlichen Stadttor und Viertel stammt, das sich noch heute im Westteil befindet. Jene Bastion wurde später unter den Namen Santa Creu-Bastion, benannt nach der Pfarrei, sowie als Bollwerk Sant Pere, benannt nach dem Straßennamen, bekannt. Das Bollwerk wurde in der ersten Hälfte des 17. Jh. durch den mallorquinischen Ingenieur Vicenç Mut Armengol (1614-1687) wieder hergestellt und zwischen 1644 und 1656 wurde ein neues Tor in der Mauer eröffnet, das heute nicht mehr existiert, von dem jedoch ein Teil der Brücke über den Sturzbach Sa Riera erhalten ist.

Das Bollwerk erlebte zahlreiche Wechselfälle; das, was wir heute sehen, ist das, was von der ehemaligen Festung übrig geblieben ist. Das Bollwerk besaß zwei Ebenen: das sogenannte untere Bollwerk, das den Platz mit Blick auf den passeig de Sagrera und die Anlegebrücke bildet, und das obere Bollwerk, in dem heute das im Januar 2004 eröffnete Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst von Palma untergebracht ist. Das Portal mit der Rampe war früher der Eingang, von dem aus man in diesen oberen vollständig aufgeschütteten Teil des Bollwerks kam.

Es ist auch ratsam, den monumentalen Komplex von Santa Creu, in carrer de Sant Llorenç, 4 zu besichtigen, der die Krypta von Sant Llorenç und einen Raum für sakrale Kunst enthält. Ebenfalls einen Besuch wert ist die Fundació Pilar i Joan Miró, in dem  Gebäude, das von Moneo erbaut wurde und eine Auswahl der Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken und Skulpturen des berühmten Künstlers Joan Miro zeigt. Hier werden auch temporäre Ausstellungen von jungen Künstlern veranstaltet.

Quelle: http://www.balearsculturaltour.net

 

 

* Einige Browser drucken die Hintergrundbilder nicht. Aktivieren Sie diese Option in Ihrem Browser für einen optimalen Druck.